Manfred Schmidt MachSchmidt

 

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Niederhalter 2.0

Der universelle Werkstückniederhalter 2.0

Wer einmal Plattenmaterial mit einem Werkstückniederhalter gefräst hat, weiß dieses Zubehör zu schätzen und möchte es nicht mehr missen, so geht es mir zumindest. Zum einen bleibt das Material immer schön plan liegen und mit der integrierten Absaugung ist es eine saubere Sache.

Der neue Niederhalter ist so aufgebaut, das die Bauhöhe und Befestigungshalterungen auch noch nach Fertigstellung geändert oder angepasst werden kann. Es wird also geschraubt und nicht mehr geklebt. Mittels Adapter ist der Niederhalter auf fast jede Fräse montierbar.

Der Stempel, welcher aufs Material drückt, besteht aus 12mm POM und wurde aus einem Stück gefertigt. Die Feder ist die gleiche, wie die des alten Niederhalters (1,5mm Federstahl auf passenden Durchmesser wickeln). Wenn der Fräser bündig mit dem Stempel gespannt ist, sind Plattenstärken von 8mm kein Problem, bei Überstand des Fräser (den Fräser länger unten am Stempel rausgucken lassen) auch entsprechend stärkeres Material.

Meinen Niederhalter habe ich aus Alu gebaut, weil ich auch mal was metallisches fräsen wollte. Die Teile wurden trocken gefräst und natürlich mit Niederhalter (noch mit dem alten Holz-NH und der Proxxon). Seit der neuen HF-Spindel musste auch ein passender Adaper her, welcher aus POM 16mm gefertigt ist. Mit nur einer Schraube wird der Niederhalter an der Spindel befestigt. Es reicht die Schraube nur handfest anzuziehen, hält prima, das de- und montieren dauert nur Sekunden.

Vom Material her hat man freie Wahl beim Bau des Niederhalters, von Alu über POM bis zu Sperrholz sollte alles möglich sein. Als Schrauben kommen M3 mit Senkkopf zum Einsatz und greifen in selbstgeschnittenen Gewinden in Teilen des Niederhalters.

Das von mir verwendete Alublech ist 0815 Baumarktalu und lässt sich wunderbar fräsen, keine Aufbauschneide oder zusetzen des Fräsers. Habe alles trocken bearbeitet, mit Niederhalter selbstverständlich!;-) Auch 12mm Alu ging noch mit NH. Gefräst habe ich mit einem Vorschub von 600mm/min und 0,25mm Zustellung, 20000Upm-Proxxon, mit 3mm Zweischneider für Alu von Sorotec. Ob das optimale Schnittwerte sind kann ich nicht sagen, weiß ich nicht, klappte aber sehr gut damit. Mit der HF-Spindel habe ich noch kein Alu verarbeitet, kommt aber noch. Ich finde aber, man(n) kann ganz gut hören, welche Werte am besten funktionieren und welche Drehzahl zu welchen Vorschub passt, gerade bei einer leiden HF-Spindel. Vom Profi hört man immer wieder: “der Fräser muss schmatzen!” - un räch hät hä (und recht hat er).

Zur besseren Vorstellung hier ein paar Bilder:

Zunächst der Niederhalter an der HF-Spindel montiert

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Hier eine Version mit Halterungen, als noch die Proxxon montiert war

Bild kommt noch...

 

Gerade von der Fräse abgenommen

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Ansicht montiert mit Adapter für 80er HF-Spindel von oben. Handfest anziehen reicht vollkommen.

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Einzelteile Befestigungsadapter aus 16mm POM.

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Innenansicht Deckel demontiert. Ddeckel und Boden bestehen aus 1,5mm Alu

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Distanz- bzw. Mittelteile, davon eines mit M3 Gewinde. Aus 8mm Alu gefräst.

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Zusätzliche Mittelteile aus 1,5mm Alublech

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Der Stempel, mittlerweile schon mehrfach gebraucht. Und hält und gleitet viel besser als die Holzvariante.

Zum beidseitigen Fräsen, CAM/G-Code Orientierung zentrisch legen, Zentrierbohrung anbringen und im Zentrum XY nullen, dann zum um- und aufspannen in die Hilfsbohrung einen passenden Dorn stecken (z.B 3mm Bohrerschaft). Dadurch können die gegenüberliegenden Seiten zentrisch bearbeitet werden. Eine Verdrehung beim Umspannen spielt bei diesem Stempel keine rolle, weil die Gegenseite nur noch “Kreise” ums Zentrum. Natürlich muss man im CAM etwas Hirnschmalz hinterlassen, welche Fräsung wann gemacht werden soll. Als Tipp: erst in die Stempelaußenseite die Bohrungen(Fräsungen) machen (Mittlerer Durchbruch nicht zu tief! Durchfräsung ergibt sich automatisch beim Bearbeiten der anderen Seite), dann die Schlitze und schließlich noch den Rand (minus der Randdicke, also hier auch nicht durchfräsen.

Dann umdrehen/umspannen, die Feder- und Mitteltasche fräsen und zum Ende noch außen rum - feddisch.:-)

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Der Niederhalter mit alter Halterung mittels vier Schrauben (war umständlich).

 

Screenshot der CAD-Datei, es sind also nicht viele Teile. In gelb die Halterung zur seitlichen Befestigung an der Spindelaufnahme, für eine 80er HF-Spindel 16mm POM.

Zeichnung_Niederhalter21

DXF-Datei vom Niederhalter 2.0 gibt’s im Download.